FAQ (Fragen & Antworten)

Allgemeines

Gibt es Normen und Regeln für den fachgerechten Estricheinbau?

In der DIN 18560 (Teile 1 bis 7) sind in Deutschland die wichtigsten Regeln und Grundlagen für den fachgerechten Einbau und die Verwendung von Estrich beschieben. In vielen Arbeits- und Hinweisblättern verschiedener Verbände wie z. B. des Industrieverbandes Werkmörtel IWM (www.pro-fliessestrich.de) oder des BEB (Bundesverband Estrich und Belag e. V.) sind Hinweise zum fachgerechten Einbau enthalten.

Ist Stoßlüften zur Trocknung von Estrichen empfehlenswert?

Um die Bauteile Boden, Wand und Decke schnellstmöglich trocken zu bekommen,eignet sich das 2 bis 3 mal tägliche Stoßlüften für etwa 10 bis 15 Minuten.Durch das vollständige Öffnen von Fenstern und Türen unter Vermeidung von Zugluft wirdsichergestellt, dass ein kompletter Luftaustausch stattfinden kann.Die feuchte und warme Luft wird durch kühlere Luft ersetzt. Kalte Luft kann nach dem Erwärmen deutlich mehr Wasser pro m3 aufnehmen als warme Luft. Der mehrfache Austausch pro Tag fördert das Trocknungsverhalten der Bauteile.

Warum trocknet der Estrich schlecht?

Das Trocknungsverhalten von Calciumsulfatestrich (und allen anderen mineralischen Estrichen!) ist von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. Neben der Mörtelzusammensetzung sind die klimatischen Randbedingungen im Bauwerk von besonderer Bedeutung. Alleine die Mörtelrezeptur kann vom Estrichunternehmer beeinflußt werden. Durch die Verwendung eines Zuschlagmaterials mit idealem Kornaufbau in Kombination mit einem trocknungsbeschleunigenden Zusatzmittel (z. B. Mebofix®pro) und einer erdfeucht eingestellten Verarbeitungskonsistenz kann der Wasseranspruch eines Calciumsulfat-Estrichmörtels auf ein Minimum reduziert werden. Die Verantwortung für die Trocknungsbedingungen in einem Bauwerk kann nicht vom Estrichunternehmer übernommen werden. Unter ungünstigen Klima- und Lüftungsbedingungen trocknet eine Estrichplatte gar nicht aus. Luft kann bis zu einem bestimmten Sättigungsgrad Feuchtigkeit aufnehmen. Diese feuchtigkeitsgesättigte Luft muss aus dem Bauwerk abgeführt werden. Findet kein Luftaustausch statt, kommt der Trocknungsprozess zum Stillstand. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte Luft. Bei gleicher relativer Feuchtigkeit enthält warme Luft eine größere Wassermenge. Demnach liegen ideale Trocknungsbedingungen vor, wenn kalte Luft in ein Bauwerk gelangt, hier aufgeheizt wird und mit einem deutlich höheren Wassergehalt wieder abtransportiert wird. Solche idealen Bedingungen können in den Wintermonaten erreicht werden. Im Sommer herrschen oft umgekehrte Verhältnisse. Warme Luft mit einem hohen Wassergehalt gelangt in den Baukörper, wird dort abgekühlt und kann keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen. Es kann sogar passieren, dass an der kalten Estrichoberfläche Wasser kondensiert und der Feuchtigkeitsgehalt im Estrich wieder ansteigt.

Kann ein Estrich auch in Eigenleistung eingebaut werden?

Nein. Um eine fachgerechte Fußbodenkonstruktion zu gewährleisten müssen mehrere und teilweise komplexe Punkte berücksichtigt werden. Die Untergrundvorbereitung muss Ansprüche an den Wärme- und Schallschutz erfüllen. Die Estrichdicke muss in Abhängigkeit der Belastung (Verkehrslast) gewählt werden. Fugen müssen geplant und fachgerecht ausgeführt werden (z. B. zwischen beheizten und nicht beheizten Flächen). Insbesondere aus Gewährleistungsgründen raten wir dazu,  Fußbodenkonstruktion durch ein Fachunternehmen ausführen zu lassen.

Kann die Trocknungszeit eines Estrichs verkürzt werden?

Die Trocknung von Calciumsulfatestrich kann künstlich beschleunigt werden. Bei der künstlichen Trocknung von Calciumsulfatestrich ist die "Kondenstrocknung" sehr verbreitet. Grundsätzlich ist der zusätzliche Einsatz von Ventilatoren bei einer künstlichen Trocknung zu empfehlen. Die Kombination aus Trockner und Ventilator führt generell zu einem besseren Trocknungserfolg. Das BEB-Hinweisblatt "Hinweise zur beschleunigten Trocknung von Calciumsulfatestrichen" gibt zu dieser Thematik weitere Informationen.                                                                                                                                                                                                               Kommt eine "Kondenstrocknung nicht in Betracht, dann fördert ein mehrfacher täglicher Luftaustausch das Trocknungsverhalten eines Estrichs. Dieses sogenannte Stoßlüften ist 2 bis 3 mal täglich für etwa 10 bis 15 Minuten durchzuführen.                                                                                                                                                              

 

 

Wie findet man einen Estrichleger in der Nähe?

Estrichleger finden sich im Internet oder über örtlichen Handwerks- oder Industrie- bzw. Handelskammern. Unsere LANXESS Fachberater im Aussendienst helfen auch gerne weiter.                                                                                                       

Wie sind Risse in einem Estrich zu beurteilen?

Selbst bei ordnungsgemäßer Ausführung können Risse in einem Estrich entstehen. Kommt es zu Rissen, kann dies vielfältige Ursachen haben: Beispielsweise kann bei einem Heizestrich insbesondere in der Trocknungsphase ein Riss entstehen, wenn beim Heizen sehr kalte Außenluft z. B. durch Fenstertüren partiell auf einen Estrich trifft, oder wenn bei verwinkelten Flächen zu wenig Bewegungsfugen angeordnet werden. Bewegungsfugen dienen dazu, dass Verformungen und Bewegungen des Estrichs nicht behindert werden. Ansonsten entstehen Spannungen im Estrich, die zu Rissen führen können. Ebenso kann beispielsweise eine zu hohe Vorlauftemperatur einer Fußbodenheizung Risse im Estrich verursachen. Werden Risse fachgerecht mittels Reaktionsharz verschlossen, gilt der sanierte Estrich als rissfrei und somit als technisch mangelfrei.

Kann die Estrichtrocknung beschleunigt werden?

Damit der Estrich mit Bodenbelägen belegt werden kann, muss das überschüssige Zugabewasser austrocknen können. Geeignete Zusatzmittel, wie z.B. „Mebofix® pro“ bei konventionellem Calciumsulfatestrich  oder „Meborapid® pro“ bei Zementestrich, führen zu deutlich verringerten Trocknungszeiten gegenüber einem Estrich ohne Zusatzmittel. Daneben hat das Baustellenklima einen großen Einfluss. Der Estrich darf nicht mit weiteren Baustoffen zugestellt werden. Zudem muss das an die Raumluft abgegebene Wasser über regelmäßige Lüftung abtransportiert werden. Hilfestellung  bietet unser Tool. Optimal ist der Betrieb der Fußbodenheizung in Verbindung mit einer künstlichen Trocknung. Dabei wird auch Wasser aus Wänden und Decken entfernt.