FAQ (Fragen & Antworten)

Produkte / Materialeigenschaften

Gibt es unterschiedliche Sorten von Fließestrich bzw. Bindemitteln und worin unterscheiden sie sich?

Calciumsulfat-Fließestriche unterscheiden sich heute nur in geringem Maße. Dies betrifft nur die Verarbeitung der Estrichmörtel, aber nicht die Produkteigenschaften für den Endverbraucher. So gibt es beispielsweise Unterschiede hinsichtlich der Verarbeitungskonsistenz durch die Verwendung unterschiedlicher Gesteinskörnungen. Im Endergebnis erreichen jedoch alle am Markt befindlichen Calciumsulfat-Fließestriche vergleichbare Produkteigenschaften.                                                                                                                                                                                            Die zur Herstellung von Fließestrichen verwendeten Bindemittel sind Naturanhydrit, Synthetischer Anhydrit, Thermischer Anhydrit, Alpha-Halbhydrate sowie Gemische dieser "Calciumsulfate". Diese Bindemittel bzw. Bindemittelcompounds werden entsprechend den Vorgaben der Europäischen Norm DIN EN 13454 geprüft.

Was ist der Unterschied zwischen Calciumsulfatestrich und Calciumsulfat-Fließestrich?

In erster Linie die Art des Einbaus. Wie bereits im Namen enthalten, kommt in beiden Fällen bei der Herstellung Calciumsulfat als Bindemittel zum Einsatz. Konventioneller Calciumsulfatestrich wird i.d.R. auf der Baustelle erdfeucht angemischt, händisch verteilt, mit der Latte abgezogen und die Oberfläche wird anschließend von Hand oder maschinell geglättet. Calciumsulfat-Fließestrich wird i.d.R. fertig entweder als Trockenmörtel oder im Fahrmischer bzw. Mixmobil an die Baustelle geliefert. Calciumsulfat-Fließestrich wird mit einer Pumpe in flüssiger Form auf die Einbaufläche gepumpt und die Oberfläche wird mit einer "Schwabbelstange" nivelliert.

Woran erkennt man, dass der gelieferte Fließestrichmörtel qualitätsüberwacht ist und der Norm entspricht?

Dieses ist am CE-Zeichen zu erkennen, in dem die für das Produkt geltende Produktnorm angegeben wird, bei Estrich ist dies die DIN EN 13813. Das CE-Zeichen stellt die Grundlage der Kennzeichnung von Produkten in der EU dar und darf vom Hersteller nur verwendet werden, wenn eine Leistungserklärung für das Produkt vorliegt.

Mörtelhersteller bieten Ihre Fließestriche z. B. unter der Bezeichnung CA C25 F5. Was ist der Unterschied zu CAF F5?

Die Bezeichnungen kommen aus unterschiedlichen Normen. CA C25 F5 ist die Bezeichnung nach DIN EN 13813 und gibt die stofflichen und technischen Eigenschaften des noch nicht eingebauten Estrichmaterials an. In diesem Fall CA für Calciumsulfatestrich; C25 ist die Angabe der Druckfestigkeit, hier 25 N/mm²; F5 ist der Wert für die Biegezugfestigkeit, die dieses Estrichmaterial erreicht, hier 5 N/mm². Diese Bezeichnung in der DIN EN 13813 gilt für Calciumsulfatestrich und Calciumsulfat-Fließestrich. CAF-F5 ist eine Bezeichnung nach der Anwendungsnorm für Estriche DIN 18560. In dieser Norm wird zusätzlich zwischen Calciumsulfatestrich CA und Calciumsulfat-Fließestrich CAF in der Bezeichnung unterschieden. Das Augenmerk der technischen Bezeichnung liegt hierbei ausschließlich auf der Biegezugfestigkeit (hier 5 N/mm²), da die Biegezugfestigkeit die maßgebliche Größe bei der Bemessung von Estrichen auf Dämmschichten darstellt.

Was bedeutet die technische Bezeichnung CAF F5?

Dies ist eine Bezeichnung nach DIN 18560 (Estrichnorm). CAF steht für Calciumsulfat-Fließestrich. F 5 steht für die Biegezugfestigkeit des Estrichs, hier 5 N/mm² (F= Flexural Sterngth [aus dem Englischen]).

Wie kommt Calciumsulfat-Fließestrich auf eine Baustelle? Müssen dazu besondere Vorbereitungen getroffen werden?

Baustellen auf denen Fließestrich eingebaut wird, müssen nicht speziell vorbereitet werden. Je nachdem mit welchem System die Fachfirma arbeitet, kommt der Fließestrich entweder mit einem Silo, in dem sich das Estrichmaterial befindet, oder mit dem Fahrmischer (Betonmischer) zur Baustelle. Auch spezielle LKWs (Mixmobile) werden zur Anlieferung von Fließestrich eingesetzt. Bei allen Systemen kommt eine Fließestrichpumpe zum Einsatz, die den Fließestrich in das Gebäude fördert - und das auch über längere Strecken. Das Ergebnis sind saubere Baustellen, vor, während und auch nach dem Einbau von Fließestrich.

Mörtelhersteller bieten Ihre Fließestriche mit Bezeichnungen wie CA C25 F5 oder ähnlich an. Was ist der Unterschied zu CAF F5?

Die Bezeichnungen kommen aus unterschiedlichen Normen. CA-C25-F5 ist die Bezeichnung nach DIN EN 13813 und gibt die stofflichen und technischen Eigenschaften des Estrichs an. In diesem Fall CA für Calciumsulfatestrich; C25 ist die Angabe der Druckfestigkeit, hier 25 N/mm²; F5 ist der Wert für die Biegezugfestigkeit die dieser Estrich erreicht, hier 5 N/mm². Diese Bezeichnung gilt in der DIN EN 13813 für Calciumsulfatestriche konventioneller Art sowie für Calciumsulfat-Fließestriche. CAF-F5 ist eine Bezeichnung nach der DIN 18560 Teil 2, das ist die Deutsche Anwendungsnorm. In dieser wird zusätzlich zwischen konventionellem CA Calciumsulfatestrich und CAF Calciumsulfat-Fließestrich in der Bezeichnung unterschieden. Das Augenmerk der technischen Angabe liegt hier ausschließlich auf der Biegezugfestigkeit, hier 5 N/mm², da diese auf Dämmschichten der maßgebliche Faktor ist.

Trocknung

Wie lange trocknet ein Calciumsulfat-Fließestrich?

Wie alle mineralisch gebundenen Baustoffe muß auch Calciumsulfat-Fließestrich das überschüssige Zugabewasser, das nicht gebunden wird, wieder an die Umgebungsluft abgeben. Calciumsulfat-Fließestrich weist eine günstige Porenstruktur auf, die grundsätzlich eine sehr schnelle Estrichtrocknung erlaubt. Zum zügigen Erreichen der Belegreife von Calciumsulfat-Fließestrich ist eine fachgerechte Trocknung erforderlich. Das bedeutet, dass die Trocknungszeit von der Art und Weise der Lüftung abhängt, sowie durch Inbetriebnahme der Heizung unterstützt wird. Optimal ist die technische Trocknung - z. B. durch Kondensationstrockner - in Kombination mit der Heizung. Ein weiteres, sehr wichtiges Kriterium für die Trocknung von Calciumsulfat-Fließestrich ist die Einhaltung der erforderlichen Estrichdicke; jede Überschreitung führt zu einer deutlichen Verlängerung der Trocknungszeit.                                                                                                                                                                Das 2 bis 3 mal tägliche Stoßlüften für etwa 10 bis 15 Minuten unterstützt das Trocknen der Bauteile Boden, Wand und Decke. Durch das vollständige Öffnen von Fenstern und Türen unter Vermeidung von Zugluft wird sichergestellt, dass ein kompletter Luftaustausch stattfinden kann. Hierbei soll feuchte (warme) Luft durch kühlere Luft ersetzt werden. Diese kalte Luft kann dann beim Erwärmen wieder Wasser aufnehmen. Der mehrfache Luftaustausch pro Tag fördert das Trocknungsverhalten der Bauteile                                                                                                                                                        

Planung / Konstruktion

Kann Calciumsulfat-Fließestrich bei der Gebäudesanierung und Renovierung (Altbau, Holzbalkendecken, etc.) eingesetzt werden?

Fließestriche können auch bei Sanierung- und Renovierungsmaßnahmen eingesetzt werden. Durch die Möglichkeit die Estricheinbaudicke mit Fließestrich zu reduzieren, können häufige Probleme mit der zu geringen Aufbauhöhe kompensiert werden.

Warum kann bei Fließestrich die Schichtdicke reduziert werden?

Die hohe Biegezugfestigkeit von Fließestrich ermöglicht es, die Estrichdicke gegenüber konventionellen Estrichen um bis zu 20 % zu reduzieren.

Welche Vorteile hat die Schichtdickenreduzierung bei Fließestrich?

Die Schichtdickenreduzierung ist eine optimale Voraussetzung für den Einsatz von Fließestrich in der Sanierung. Hierdurch werden niedrigere Lasten eingebracht. Desweiteren sind geringere Estrichdicken in Verbindung mit einer Fußbodenheizung möglich, flexibel in ihrer Regulierung und die Wärmeabgabe ist sehr schnell. Die Trocknung des Estrichs ist bei geringerer Dicke ebenfalls sehr schnell, was einen schnellen Baufortschritt bedeutet. Geringere Estrichschichtdicken bedeuten auch einen geringeren Materialeinsatz.

Wie dick muss ein Fließestrich mindestens eingebaut werden?

Die Estrichdicke ist abhängig von der Estrichkonstruktion, dem jeweiligen Verwendungszweck bzw. der zu erwartenden Verkehrslast. Die Estrichnenndicken sind in der DIN 18560, Teil 2-7 geregelt. Der Estrich sollten immer nur so dick wie notwendig ausgeführt werden, die Estrichdicke kann auch über den Einsatz höherer Festigkeitsklassen reduziert werden.

Kann ein Calciumsulfat-Fließestrich in einer Garage oder auf einem Balkon/Terrasse verwendet werden?

Calciumsulfat-Fließestrich findent seinen Einsatz im Innenbereich. Bereiche in denen mit einer dauernden Feuchtigkeitsbeanspruchung gerechnet werden muss, wie Außenbereiche und Nassräume, in denen meist Gefälle und planmäßig genutzte Bodenabläufe vorgesehen sind (gewerbliche Küchen, Wäschereien, Waschräume, Räume in denen Schwimmbäder oder Saunen eingebaut werden), sind für Calciumsulfat-Fließestrich nicht geeignet. Hierzu zählen auch Garagen, Balkone und Terrassen.

Fußbodenheizung

Wie wird ein beheizter Calciumsulfat-Fließestrich fachgerecht aufgeheizt?

Ein Calciumsulfat-Fließestrich kann bereits 7 Tage nach der Verlegung aufgeheizt werden (Zementestriche erst nach 21 Tagen!). Während der Aufheizphase ist für ausreichende Lüftung zu sorgen (Fenster auf!). Mit dem Lüften kann bereits am 2. Tag nach dem Estricheinbau begonnen werden. Vor der Belagsverlegung muss die Restfeuchte des Calciumsulfat-Fließestrichs mit dem CM-Gerät überprüft werden. Detaillierte Informationen zur Inbetriebnahme von Fußbodenheizungen und diverse Aufheizprotokolle finden Sie hier

Müssen bei Fußbodenheizung mit Fließestrich Besonderheiten beachtet werden?

Bei der Verlegung von Fließestrich muss darauf geachtet werden, dass die Rohre der Fußbodenheizung mit Wasser gefüllt und am Untergrund (Dämmschicht) ausreichend befestigt sind, damit sie beim Einbau des Estrichs nicht aufschwimmen. Fließestrich kann bereits 7 Tage nach der Verlegung aufgeheizt werden. Dies begünstigt auch ein schnelles Trocknen des Estrichs. Hierzu ist für ausreichende Lüftung zu sorgen (Fenster auf!). Mit dem Lüften kann  schon nach dem 2ten Tag begonnen werden. Vor der Belagsverlegung muss die Restfeuchte eines Estrichs mit dem CM-Gerät überprüft werden. Fließestrich als Heizestrich kann belegt werden, wenn die Restfeuchte ≤  0,5 CM-% beträgt. Detaillierte Informationen zur Inbetriebnahme von Fußbodenheizungen und diverse Aufheizprotokolle finden Sie hier

Warum ist Calciumsulfat-Fließestrich besonders gut geeignet in Kombination mit Niedertemperatur-Heizungsystemen wie Erdwärme und Geothermie?

Fließestrich besitzt im Vergleich zu anderen Estricharten aufgrund des dichten Gefüges einen sehr geringen Wärmedurchlasswiderstand. Das heißt, die Wärme gelangt vom Fußbodenheizungsrohr sehr schnell an die Estrichoberfläche. Hierdurch kommt ein Heizestrich in Kombination mit einem Calciumsulfat-Fließestrich mit niedrigeren Vorlauftemperaturen aus als andere Estriche und ist flexibler regelbar. Der Grund hierfür liegt in der guten Wärmeleitfähigkeit von Fließestrich, der hundertprozentigen Rohrummantelung (guter Wärmeübergang vom Heizrohr zum Estrich) und der reduzierten Estrichdicke von 35 bis 40 mm über dem Heizrohr gegenüber konventionell verlegtem Estrich mit einer Rohrüberdeckung von mindestens 45 mm.

 

 

Warum ist Calciumsulfat-Fließestrich ideal für Fußbodenheizung?

Besonders bei Fußbodenheizungen bietet sich Fließestrich aufgrund der optimalen Heizrohrumschließung, der hohen Wärmeleitfähigkeit und der geringen Estrichnenndicke besonders an. Der Fließestrich nimmt die Wärme schnell von den Heizrohren an und gibt sie unverzüglich an den Oberbelag bzw. an die Raumluft weiter. Hierdurch erhält man einen Heizestrich, der energieeffizient ist und schnell auf Temperaturveränderungen reagieren kann. Darüber hinaus begünstigt das bei Fließestrich frühzeitige Aufheizen (7 Tage nach Einbau) einen schnellen Bauablauf. Bei Zementestrich darf frühestens nach 21 Tagen mit dem Aufheizen begonnen werden.

 

 

Bodenbelag

Muß ein Calciumsulfat- Fließestrich geschliffen werden?

Fließestrich auf Basis von LANXESS Calciumsulfatbinder wird i. d. R. in den ersten 2 Wochen nach dem Einbau z. B. mittels Schleifpapier angeschliffen. Unmittelbar vor der Belagsverlegung ist die Estrichoberfläche analog zu zementgebundenen Estrichen in einem Arbeitsgang unter Verwendung eines geeigneten Schleifmittels sorgfältig anzuschleifen (Reinigungsschliff) und mit einem Industriestaubsauger gründlich abzusaugen. Dieser Arbeitsgang ist technisch zwingend notwendig. Sollte sich bei der anschließenden Beurteilung der Estrichoberfläche Mängel zeigen, sind diese z. B. durch Abschleifen der Oberfläche zu beseitigen.