FAQ (Fragen & Antworten)

Produkte / Materialeigenschaften

Was ist der Unterschied zwischen Calciumsulfatestrich und Calciumsulfat-Fließestrich?

Der Unterschied besteht in der Art der Estrichverlegung. Calciumsulfatestrich wird auf der Baustelle erdfeucht angemischt, auf der Einbaufläche verteilt, mit einer Latte abgezogen und die Oberfläche wird anschließend maschinell oder von Hand geglättet. Calciumsulfat-Fließestrich wird i.d.R. fertig entweder als Trockenmörtel bzw. im Fahrmischer oder Mixmobil auf der Baustelle angeliefert. Der Estrichmörtel wird mit einer Pumpe in flüssiger Form auf die Einbaufläche gepumpt, verläuft weitgehend von selbst und die Oberfläche wird mit einer "Schwabbelstange" nivelliert. Ein "Aufschüsseln" findet sowohl bei Calciumsulfatestrich als auch bei Calciumsulfat-Fließestrich nicht statt, hierdurch bleiben nach dem Verlegen von Belägen die Randfugen geschlossen und es entstehen keine abgerissenen Randfugen (Schmutzfugen).

Was bedeutet die technische Bezeichnung CA F4?

Dies ist eine Bezeichnung nach DIN 18560 (Estrichnorm). CA steht für Calciumsulfatestrich. F 4 steht für die Biegezugfestigkeit des Estrichs, hier 4 N/mm² (F= Flexural Sterngth [aus dem Englischen])-).

Wie kommt Calciumsulfatestrich auf eine Baustelle? Müssen dazu besondere Vorbereitungen getroffen werden?

Calciumsulfatestrich wird i. d. R. aus Gesteinskörnung, Calciumsulfatbinder, Estrichzusatzmittel und Wasser auf der Baustelle gemischt. Die Materialien werden vom Estrich-Fachunternehmer angeliefert und mittels einer Estrich-Mischpumpe des Estrichunternehmers angemischt und auf die Einbaufläche gepumpt. Von Seiten des Bauherren sind keine besonderen Vorbereitungsmaßnahmen auf der Baustelle erforderlich.

Fußbodenhzeizung

Wie wird ein beheizter Calciumsulfatestrich fachgerecht aufgeheizt?

Calciumsulfatestriche können bereits 7 Tage nach der Verlegung aufgeheizt werden (Zementestriche erst nach 21 Tagen!). Unter Verwendung des LANXESS-Estrichzusatzmittels Mebofix® kann bereits am 3. Tag nach dem Estricheinbau mit dem Aufheizen begonnen werden. Während der Aufheizphase ist für ausreichende Lüftung zu sorgen (Fenster auf!). Mit dem Lüften kann sogar schon nach dem zweiten Tag begonnen werden. Vor der Belagsverlegung muss die Restfeuchte eines Estrichs mit dem CM-Gerät überprüft werden. Detaillierte Informationen zur Inbetriebnahme von Fußbodenheizungen und diverse Aufheizprotokolle finden Sie hier:

 

Aufheizprotokoll für beheizte Calciumsulfat-Fließestriche

Aufheizprotokoll für Calciumsulfat-Heizestriche mit Mebofix pro

Aufheizprotokoll für Calciumsulfat-Heizestriche

Aufheizprotokoll für Zement-Heizestriche mit Meborapid pro

Aufheizprotokoll für Zement-Heizestriche

Müssen bei Fußbodenheizung mit konventionell verlegtem Calciumsulfatestrich Besonderheiten beachtet werden?

Nein, prinzipiell erfolgt der Estricheinbau gleichermaßen wie bei einem Zementestrich. Die technischen Vorteile eines Calciumsufatestrichs, wie beispielsweise das im Gegensatz zu Zementestrich verformungsfreie Trocknungsverhalten, hat zur Folge, dass ein Calciumsulfatestrich ohne Schwindfugen verlegt werden kann. Eine im Vergleich zu Zementestrich sehr geringe Wärmeausdehnung bietet bei Fußbodenheizung den großen Vorteil, dass auch nur wenige Bewegungsfugen erforderlich sind und somit nahezu fugenlose Estrichkonstruktionen ausgeführt werden können. Ein weiterer Vorteil eines beheizten Calciumsulfatestrichs besteht darin, dass dieser bereits 7 Tage nach der Verlegung aufgeheizt werden kann (Zementestrich erst nach 21 Tagen!). Unter Verwendung des LANXESS-Estrichzusatzmittels Mebofix®pro kann bereits am 3. Tag nach dem Estricheinbau mit dem Aufheizen begonnen werden.

Warum ist konventionell verlegter Calciumsulfatestrich ideal für Fußbodenheizung?

Ein Calciumsulfatestrich verformt sich bei Wärmeeinwirkung nur sehr wenig, was bei Fußbodenheizung von Vorteil ist. Es sind nur wenige Bewegungsfugen (meist nur im Randbereich) erforderlich, wodurch nahezu fugenlose Estrichkonstruktionen ausgeführt werden können. Ein weiterer Vorteil eines beheizten Calciumsulfatestrichs besteht darin, dass dieser bereits 7 Tage nach der Verlegung aufgeheizt werden kann (Zementestrich erst nach 21 Tagen!). Unter Verwendung des LANXESS-Estrichzusatzmittels Mebofix®pro kann bereits am 3. Tag nach dem Estricheinbau mit dem Aufheizen begonnen werden.

Kann man einen konventionellen Calciumsulfatestrich auch auf Fußbodenheizung mit geringeren Vorlauftemperaturen verlegen?

Moderne Fußbodenheizungen mit Wärmepumpen liefern geringere Vorlauftemperaturen als klassische Brennersysteme. Calciumsulfatestrich auf Basis LANXESS Calciumsulfatbinders ist auch für diese Art der Fußbodenheizung bestens geeignet.

Wie dick muss ein konventionell verlegter Calciumsulfatestrich mindestens eingebaut werden?

Die Einbaudicke von Estrich ist in der Estrichnorm DIN 18560 geregelt. Abhängig von der Belastung und der Estrichkonstruktion wird die erforderliche Einbaudicke für Calciumsulfatestrich ausgewiesen.

Wie wird die Oberfläche eines konventionellen Calciumsulfatestriches für die Bodenbelagsverlegung vorbereitet?

Bei einem handwerklich fachgerecht verlegten Calciumsulfatestrich, der auf Basis von LANXESS Calciumsulfatbinder hergestellt wurde, ist ein Anschleifen der Estrichoberfläche aus der Sicht des Estrichlegers nicht erforderlich. Abhängig von dem zu verlegenden Bodenbelag wird die Estrichoberfläche eines Calciumsulfatestrichs vom Bodenleger nach der mechanischen Reinigung z. B. durch Spachteln und Grundieren für die Belagsverlegung vorbereitet.                                                                                                                                                                                 

 

 

Bodenbeläge

Muß ein konventioneller Calciumsulfatestrich geschliffen werden?

Bei handwerklich fachgerecht verlegten Calciumsulfatestrich, der auf Basis von LANXESS Calciumsulfatbinder hergestellt wurde, ist ein Anschleifen aus der Sicht des Estrichlegers nicht erforderlich. Davon ausgenommen sind weiche oder absandende Estrichoberflächen, die z. B. durch Mischfehler oder Überwässerung des Estrichmörtels sowie durch ungünstige raumklimatische Trocknungsbedingungen, Zugluft und/oder zu früher Nutzung entstehen können. In einem solchen Fall müssen diese mangelhaften Estrichoberflächen nicht nur angeschliffen sondern in der Regel sogar abgeschliffen werden. Das Entfallen des Anschleifens der Calciumsulfatestrich-Oberfläche ist nicht zu verwechseln mit der nach DIN 18365 (Bodenbelagsarbeiten) erforderlichen mechanischen Säuberung des Untergrundes vor einer Belagsverlegung.

 

 

Wie wird die Oberfläche eines konventionellen Calciumsulfatestriches für die Bodenbelagsverlegung vorbereitet?

Bei einem handwerklich fachgerecht verlegten Calciumsulfatestrich, der auf Basis von LANXESS Calciumsulfatbinder hergestellt wurde, ist ein Anschleifen der Estrichoberfläche aus der Sicht des Estrichlegers nicht erforderlich. Abhängig von dem zu verlegenden Bodenbelag wird die Estrichoberfläche eines Calciumsulfatestrichs vom Bodenleger nach der mechanischen Reinigung z. B. durch Spachteln und Grundieren für die Belagsverlegung vorbereitet.                                                                                                                                                                                 

 

 

Ist konventioneller Calciumsulfatestrich für eine Verlegung als Sichtestrich geeignet?

Grundsätzlich kann jeder Calciumsulfatestrich mit Pigmenten eingefärbt werden. Da sich ein Calciumsulfatestrich materialbedingt nur wenig verformt und auch bei größeren Flächen meist verlegt werden kann, eignet er sich zur Herstellung eines Sichtestrichs. Das optische Erscheinungsbild eines Calciumsulfat-Sichtestrichs hängt entscheidend von der Gleichmäßigkeit der einzelnen Estrichmischungen ab. Auch die Farbgebung und die Gleichmäßigkeit der eingesetzten Gesteinskörnung beeinflusst die spätere Optik des Estrichs. Von einem baustellengemischten Estrichmörtel darf nicht die Gleichmäßigkeit industriell hergestellter Bodenbeläge erwartet werden. Ähnlich wie z. B. bei Parkett, muss die Oberfläche eines Calciumsulfat-Sichtestrichs nachträglich geschützt werden (beispielsweise durch Versiegelungen oder Beschichtungen).                                                                                                                                                                                              Die Herstellung von Designestrichen oder Sichtestrichen setzt viel Erfahrung und eine komplexe Baustellenlogistik voraus. Eine Herstellung von Musterflächen und das Vorzeigen von Referenzobjekten sind zu empfehlen. Nähere Hinweise finden Sie z. B. in Hinweisblättern des BEB (Bundesverband Estrich & Belag) unter www.beb-online.de.

Kann ein konventioneller Calciumsulfatestrich mit modernen großformatigen Fliesen belegt werden?

Calciumsulfatestrich auf Basis von LANXESS Calciumsulfatbinder zeichnet sich durch ein geringes Verformungsmaß aus und schüsselt im Rand- und Fugenbereich nicht auf (was bei Zementestrich unvermeidbar ist). Bei handwerklich sorgfältiger Ausführung kann ein Calciumsulfatestrich sehr eben eingebaut werden, wodurch das im Anschluss notwendige Spachteln der Estrichoberfläche auf ein Minimum reduziert wird. Calciumsulfatestrich ist somit ein geeigneter Untergrund für die Verklebung moderner großformatiger Fliesen. Zu beachten sind bei der Verlegung von großformatigen Fliesen grundsätzlich Vorgaben des Fliesenkleberherstellers.                                         

Kann ein konventioneller Calciumsulfatestrich beschichtet werden?

Beschichtungen aus Reaktionsharzen können nach entsprechender Oberflächenvorbereitung auf einen konventionellen Calciumsulfatestrich aufgebracht werden. Hersteller von Beschichtungen fordern meistens eine Oberflächenzugfestigkeit des Estrichs von 1,5 N/mm². Daher muss ein zu beschichtender Calciumsulfatestrich insgesamt eine hohe Festigkeit aufweisen. Um die Festigkeit eines Calciumsulfatestrichs zu erhöhen, kann beispielsweise das LANXESS Estrichzusatzmittel Mebodur®pro zugesetzt werden, womit Festigkeiten bis zur Estrichfestigkeitsklasse CA-C45-F7 erreicht werden können. Bitte beachten Sie die Produktinformation zu Mebodur®pro.

Planung/Konstruktion

Was kann man machen, wenn nicht mehr genug Höhe für einen normgerechten Calciumsulfatestrich auf Fußbodenheizung vorhanden ist?

Nach DIN 18560-2 muss ein konventioneller Caliumsulfatestrich CA-F4 auf Fußbodenheizung mindestens 45 mm Rohrüberdeckung aufweisen. Manchmal steht diese Höhe nicht zur Verfügung, weil z.B. im Altbau feste Anschlusshöhen vorgegeben sind oder die Dämmschicht wegen Rohren auf der Rohdecke dicker ausgeführt werden muss als geplant. Die Estrichnorm lässt zu, dass ein Calciumsulfatestrich auch mit geringerer Rohrüberdeckung eingebaut werden darf. Dieser Calciumsulfatestrich muss dabei aber eine Prüfung auf Tragfähigkeit und Durchbiegung bestanden haben. Unter Verwendung des LANXESS Estrich-Zusatzstoffes Anhymix®pro lässt sich eine Rohrüberdeckung eines konventionellen Calciumsulfatestrichs von bis 35 mm im Wohnungsbau realisieren. Hierüber liegt ein Prüfzeugnis vor. Bitte beachten Sie die Produktinformation zu Anhymix®pro.

Unter welchen Umständen kann man einen konventionellen Calciumsulfatestrich auch im Gewerbebau und in der Industrie einbauen?

Calciumsulfatestrich auf Basis LANXESS Calciumsulfatbinders können bei höheren Beanspruchungen im Gewerbe- und Industriebau überall dort eingesetzt werden, wo keine Feuchtebeanspruchung vorliegt. Bewährt hat sich der konventionelle Calciumsulfatestrich beispielsweise in öffentlichen Gebäuden, Hotels und Autohäusern.                                                                                                                                        Bei Lasten bis 5 kN/m² kann die Dicke des Estrichs aus den Estrichnormen DIN 18560-2 oder DIN 18560-4 entnommen werden. Um die Festigkeit eines Calciumsulfatestrichs zu erhöhen, kann beispielsweise das LANXESS Estrichzusatzmittel Mebodur®pro zugegeben werden, womit Festigkeiten bis zu CA-C45-F7 erreicht werden können. Bitte beachten Sie die Produktinformation zu Mebodur®pro.

Kann man einen konventionellen Calciumsulfatestrich auch bei nicht unterkellerten Gebäuden verlegen?

Grundsätzlich ist bei allen Böden mit Bodenfeuchte zu rechnen. Unabhängig vom Estrich ist daher eine Abdichtung auf der Bodenplatte erforderlich. Darauf kann der Fußbodenaufbau mit einem konventionellen Calciumsufatestrich erfolgen.

Kann ein noch feuchter konventioneller Calciumsulfatestrich abgesperrt werden, um Bodenbeläge trotzdem zu verlegen?

Wir empfehlen einen Calciumsulfatestrich vor einer Bodenbelagsverlegung grundsätzlich nicht abzusperren sondern bis zum Erreichen seiner  Belegreife trocknen zu lassen.

Wie eben kann man einen konventionellen Calciumsulfatestrich verlegen?

Ein Estrich muss nach DIN 18202 hinsichtlich seiner Ebenheit mindestens den Werten der Tabelle 3, Zeile 3 entsprechen. Das bedeutet, dass unter einer 2 m langen Wasserwaage ein Spalt von 6 mm zulässig wäre. Ein erfahrener Estrichleger kann einen Calciumsulfatestrich durchaus deutlich ebener einbauen und auch höhere Ebenheitsanforderungen einhalten.